Am Donnerstag, dem 10.03.2011, hatte ich morgens um 08:45 meinen Termin bei der amerikanischen Botschaft in Berlin. Natürlich hat sich die BVG dazu entschieden, genau in der Uhrzeit (bzw. von 04:00 bis 10:00) zu streiken. Und nach einer ziemlich durchzechten Nacht in der Hauptstadt und verspäteten U-/S-Bahnen und sehr viel Panik, bin ich dann mit dem Taxi gefahren. Vom Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte, hat es genau 25€ (exkl. Trinkgeld) zur Botschaft (Clayallee 170) gekostet. Im Hostel hieß es an der Rezeption noch 40-50€, aber zum Glück war es relativ günstig.
An der Botschaft angekommen, stand ich erstmal gut 15 Minuten draußen, vorm Security Check. Immer in 5-er Gruppen durften wir dann in das kleine Security Haus in dem man dem jungen Herren seinen Reisepass zeigen musste. Dann muss man seine Tasche (habe eine GROßE Tasche mitreingenommen) in einen Kasten legen und die wurde geröntgt und man selbst muss durch einen Metalldetektor. Die Beamtin hat dann noch meine Handcreme, eine kleine Bürste und einen Lipgloss von mir "beschlagnahmt", durfte ich dann aber später wieder abholen. Also sowas darf NICHT mit in die Botschaft. Wer sein Handy dabei hatte, musste es wegbringen, das wurde nicht aufbewahrt. Steht aber auch auf der Internetseite. Was dort nicht als verboten aufgelistet ist, aber doch nicht mit reingenommen werden darf, wird gerne aufbewahrt.
Durch den Security Check kommt man relativ schnell, dann geht es in die Botschaft, alles ist sehr gut ausgeschildert. An einem kleinen Sekretär sitzt eine Dame, die einem sagt, wo man hin muss. Nämlich um die Ecke, wo man seinen Pass ordnen muss. Dort lagen dann Zettel mit Vorgaben, wie man die Unterlagen in den Pass legen muss. Und dann muss man sich anstellen, um seine Unterlagen abzugeben. Das dauerte auch nicht sehr lange. Man wird zum Schalter gebeten und gibt seine ganzen Dokumente in ein kleines Fach, dass die Angestellte dann zu sich rüberholt (alles ist dick verglast, man spricht mit den Leuten über eine Art Gegensprechanlage) und dann guckt die Frau alles durch, und fordert einen auf, nochmal Platz zu nehmen.
Was musste ich abgeben?
- Reisepass
- Passfoto (5x5cm)
- DS-160
- DS-2019
- von der Bank abgestempelten Überweisungsbeleg der Visumsgebühren (105€)
Also kein Brief mit einer Begründung, warum ich unbedingt nach einem Jahr wieder nach Hause kommen muss oder so. Nur das Allernötigste. Von der Dame am ersten Schalter bekommt man auch ein kleines Pamphlet mit Infortmationen über die Rechte und soweiter, die man als Ausländer in Amerika hat. Dass man gegen seinen Arbeitgeber vor Gericht ziehen darf und dass man sich nicht irgendwie sexueller Schikane aussetzen muss. Und da stehen dann auch Telefonnummern drinne und noch ein paar Tips, damit so ein Jahr gut verläuft. Das muss man dann lesen, ist auf Englisch aber sehr gut zu verstehen.
Dann geht das Warten los. Ich habe gefühlte 45 Minuten gewartet, ob es so lange war oder noch mehr weiß ich nicht, da ich keine Uhr dabei hatte und auch nirgends eine hing.
Dann wird man per Lautsprecher aufgerufen und an einen bestimmten Schalter geschickt. Die Dame sprach mit manchen Bewerbern Englisch, mit mir aber Deutsch. Zuerst musste ich meine Fingerabdrücke geben, zuerst die linke Hand, dann die rechte Hand und dann die Daumen. Alles elektronisch, also keine Tintenpanscherei oder so.
Dann unser Gespräch:
Sie: "Sie wollen also als Au Pair arbeiten?"
Ich: "Ja, genau."
Sie: "Und wo?"
Ich: "In New York."
Sie: "Das Visum ist genehmigt. Es wird in einigen Tagen per Post bei Ihnen eintreffen."
Mehr war das nicht. Dann bin ich wieder aus der Botschaft raus, ins Security Häuschen und habe meine Sachen wiedergeholt, dann komplett raus. Habe einen Polizisten vor der Botschaft nach der Uhrzeit gefragt und er meinte, es wäre 10:10 Uhr, habe also nicht mal so lange in der Botschaft gesessen.
Und jetzt ein paar Dinge:
- Die Angestellten in der Botschaft waren ALLE sehr nett und hilfreich. Freundlich und geduldig. Also keine Angst. Nur die weibliche Security war ein kleiner Kampfzwerg, aber mit einem netten Lächeln war auch sie zu besänftigen.
- Man darf große Taschen mitreinnehmen, nur halt kaum was an Inhalt. Handcremes, Lipgloss, Labello, etc. wird alles eingezogen und verwahrt. Genauso wie alle anderen elektronischen Geräte, außer einem Handy, da es nicht aufs Gelände mitgebracht werden darf. Aber es gibt da wohl um die Ecke einige Schließfächer zu denen auch viele Bewerber geschickt wurden.
- Ich hatte einen kleinen Unfall mit meinen Unterlagen und einige sind davon feucht geworden. Habe sie trocken geföhnt und dadurch waren sie dann zwar sehr wellig, aber das war kein Problem. Die haben dazu nichts gesagt. Also keine Panik!
- Es gibt einen Briefmarkenautomat, einen Getränke- und Snackautomat und man kann sogar noch Umschläge kaufen. Außerdem war ein Bewerber, der sich ausversehen für das falsche Visum beworben hat und er musste nur an einen Computer, der ebenfalls im Wartenraum stand, setzen und das neu ausfüllen. Also auch kein Problem.
- Ich war 5 Minuten vor meinem eigentlichen Termin an der Botschaft, und sicherlich erst irgendwann im 9 Uhr in der Botschaft. Natürlich soll man nicht zu spät kommen, aber man muss auch nicht eine Stunde vorher da sein. Man kommt nicht schneller dran. Auch im Security Check haben viele, die nochmal weggeschickt wurden, gesagt, dass sie ja einen Termin hätte und dann da sein müssten, aber auch das war kein Problem. Die sind dann einfach etwas später gekommen. Es wartet halt niemand spezifisch auf einen, es gibt eine Liste und die wird abgearbeitet, man muss halt nur überhaupt erscheinen.
Das war's. Ziemlich antiklimatisch. Ich werde nochmal updaten, wann mein Visum dann im Briefkasten liegt, das soll innerhalb von 48 Stunden in die Post gehen, kommt dann wohl bald.
EDIT: Visum lag heute, dem 12.03.2011, in der Post, hat also wirklich nur 48 Stunden gedauert. :)
xx
Freitag, 11. März 2011
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